Gefahr von Waldbränden steigt: Einsatzübung am Loser
Großflächige Waldbrände in Kärnten und der Steiermark haben heuer bereits gezeigt, wie schnell aus einer kleinen Unachtsamkeit eine Katastrophe werden kann. Feuerwehr und Bundesheer haben nun gemeinsam das Szenario eines Waldbrandes am Loser geübt.
Im Kärntner Lesachtal wütete im Mai auf rund 110 Hektar Fläche der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Kärntens. Eine weggeworfene Zigarette dürfte Auslöser des Feuers gewesen sein. Rund 2.000 Feuerwehrleute sowie Hubschrauber des Bundesheeres und Drohnen standen im Dauereinsatz. Und auch in der Steiermark kam es heuer bereits zu einem Einsatz historischen Ausmaßes. Beim Großbrand in Eisbach-Rein standen über 17 Tage hinweg rund 2.500 Menschen im Einsatz. Das Feuer erfasste insgesamt rund 70 Hektar Waldfläche. Auch hier gehen die Behörden mit hoher Wahrscheinlichkeit von menschlichem Fehlverhalten aus, denn rund 80 Prozent aller Waldbrände in Österreich werden durch Menschen verursacht. Umso wichtiger ist es, sich beim Aufenthalt im Wald verantwortungsvoll zu verhalten.
Die Feuerwehr appelliert eindringlich, einige grundlegende Regeln zu beachten:
• Nicht rauchen:
Zigaretten und Zündhölzer haben im Wald und in Waldnähe nichts verloren. Glimmende Stummel dürfen niemals in die Natur geworfen werden – auch nicht auf Forststraßen, Parkplätze oder Wegränder.
• Kein offenes Feuer entzünden:
Lagerfeuer, Grillen, Fackeln, Kerzen oder Feuerstellen sind im Wald grundsätzlich problematisch. Besonders bei Trockenheit und geltenden Waldbrandverordnungen gilt absolutes Feuerverbot.
• Müll wieder mitnehmen:
Glas, Dosen und Verpackungen gehören nicht in die Natur. Sie belasten die Umwelt und können zusätzliche Gefahrenquellen schaffen.
• Autos nicht auf trockenem Gras abstellen:
Heiße Fahrzeugteile oder Katalysatoren können trockene Vegetation entzünden. Parkplätze sollten nur auf ausgewiesenen Flächen genutzt werden.
• Sperren und Hinweise beachten:
Werden Waldflächen oder Wege gesperrt, geschieht das aus Sicherheitsgründen. Solche Maßnahmen sollten unbedingt respektiert werden.
• Bei Rauch oder Feuer sofort 122 wählen:
Wer Rauch, Flammen oder Glut entdeckt, sollte umgehend die Feuerwehr alarmieren, den Ort möglichst genau beschreiben und sich selbst nicht in Gefahr bringen.

Bei der groß angelegten Einsatzübung am Loser versammelten sich auch viele Schaulustige und beobachteten die
zahlreichen Manöver der drei Bundesheer-Hubschrauber AW 169 Leonardo, S-70 Black Hawk sowie AB 212 Agusta Bell.
Waldbrände im Bezirk Liezen
Unter realitätsnahen Bedingungen wurden
am Loser Mannschaftstransporte, Anlandungen, Windenflüge, Materialtransporte, Wasserflüge, Direktabwürfe auf die angenommene Brandstelle sowie der Rücktransport von Mannschaft und Gerät trainiert. (Foto: Christian König)Auch bei uns wurde die Gefahr bereits spürbar. Im Oktober 2023 kam es im Bereich der Grafenbergalm bei Weißenbach zu einem großflächigen Waldbrand. Acht Hubschrauber des Innenministeriums und des Bundesheeres warfen damals rund 300.000 Liter Wasser über dem bis zu zwei Hektar großen Brandgebiet ab und auch heuer gab es bereits mehrere Einsätze. Im Mai löste ein Blitzschlag im Gemeindegebiet Rottenmann einen Waldbrand aus und in Aigen im Ennstal standen Feuerwehr und ein Hubschrauber des Innenministeriums wegen eines Böschungsbrandes in steilem, schwer zugänglichem Gelände im Einsatz. Diese Ereignisse zeigen, wie entscheidend schnelles Handeln und eine gut vorbereitete Einsatzorganisation sind. Deshalb wurde am 22. Mai im Bereich der Loseralm in Altaussee ein umfangreiches Waldbrandszenario geübt. Gemeinsam mit dem Feuerwehr-Flugdienst Steiermark und dem Österreichischen Bundesheer wurde ein Waldbrand im Bereich Loser simuliert – ausgelöst durch ein angenommenes Schwendfeuer.
Einsatzübung am Loser
Mehr als 70 Einsatzkräfte nahmen an der groß angelegten Flugdienstnachschulung teil. Organisiert wurde die Übung durch die Feuerwehr-Flugdienststaffel Steiermark Nord unter Staffelkommandant ABI d. F. Josef Fritz von der Freiwilligen Feuerwehr Aigen im Ennstal. Die Freiwillige Feuerwehr Altaussee, die Loser Bergbahnen und die Österreichischen Bundesforste haben durch die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen vor Ort wesentlich zum Gelingen der Übung beigetragen. Im Mittelpunkt stand dabei auch der sichere Umgang mit den eingesetzten Hubschraubern des Bundesheeres. Neben den Modellen AB 212 Agusta Bell und S-70 Black Hawk wurde insbesondere der neue AW 169 Leonardo in die Ausbildung eingebunden.